Carl Petersens Gebäude

Das Faaborg Museum wurde vom Architekten Carl Petersen entworfen. Er war mit dem Bildhauer Kai Nielsen befreundet, aber es war der Maler Peter Hansen, der ihn als Architekten vorschlug – eine überraschende Wahl. Carl Petersen hatte die Architekturschule in Kopenhagen besucht, aber er hatte nur einzelne Gebäude in Zusammenarbeit mit anderen Architekten gebaut. Er arbeitete auch als Töpfer und war künstlerischer Leiter der Porzellanfabrik Bing & Grøndahl (1987 in Royal Copenhagen aufgegangen). Die Fünenmaler bekamen mit ihm einen Architekten mit Verständnis für Formgebung und Wirkung von Material – und mit der Fähigkeit zu interdisziplinärer Zusammenarbeit.

Das Grundstück war länglich und schief und lag neben der Konservenfabrik von Mads Rasmussen. Es gab nur eine schmale Fassade zur Grønnegade hin, dafür war der Garten von Mads Rasmussen am anderen Ende des Grundstücks zugänglich. Carl Petersen nahm die Arbeit mit Leib und Seele auf – und war so sorgfältig, dass er dafür kritisiert wurde, langsam zu sein.

Faaborg Museums Facade mod Grønnegade, 1915.
Faaborg Museums Facade mod Grønnegade, 1915.

Überraschungen

In seinem Entwurf für das Museum konzentrierte Carl Petersen sich auf die Stofflichkeit  und Farben des einzelnen Materials, auf deren Gesamtwirkung und Gegensätze. Er schrieb, er wünsche sich, „Abwechslung und Kontrast in Form und Beleuchtung der Räume“ zu schaffen, und dass die Räume „durch Gegensätze wirken “ sollten.

Die Architektur des Museums ist ebenfalls geprägt von Überraschungen. Als Gast bekommt man kaum einen Überblick über das Gebäude. Man wird durch schmale Passagen in Räume geführt, die sich stark unterscheiden hinsichtlich Farbe, Lichtwirkung und Größe. Die schwarzen Sockel und die rhythmische Wiederholung von Pilastern schaffen Harmonie im Zusammenspiel mit Carl Petersens Arbeit mit dem Goldenen Schnitt und klassischen Proportionen.

Kuppelsal og Lille malerisal.
Kuppelsal og Lille malerisal.

Professor und Inspirator

Das Faaborg Museum war Carl Petersens wichtigstes Werk als Architekt. Er entwickelte darauf basierend seine Philosophie weiter, dass Räume durch Gegensätze erlebt werden und dass die Stofflichkeit von Material entscheidend ist in Kunst und Architektur

Er gab seine Gedanken in den Vorleseungen „Gegensätze“, „Stoffliche Wirkungen“ und „Farben“ weiter. Durch sein Wirken als Professor an der Architekturschule der Kunstakademie von 1918 bis zu seinem frühen Tod 1923 erlangte er für viele moderne Architekten Bedeutung.

Store malerisal med Peter Hansens maleri af Faaborg Museums indvielse.
Store malerisal med Peter Hansens maleri af Faaborg Museums indvielse.
Trappen til Køjerne.
Trappen til Køjerne.